Was passiert, wenn Worte zu Bildern werden? Sehnsucht ist Ausgangspunkt dieser Werkreihe. Die Arbeiten bewegen sich in jenem flüchtigen Raum, in dem Musik, Erinnerung und Melancholie aufeinandertreffen.
Erneut ist Musik ein zentraler Bestandteil dieser Werkreihe, wie auch die visualisierten Musikstücke von Bach, Smetana und Mendelssohn-Bartholdy. Hier ist die Herangehensweise weniger abstrakt, als vielmehr lyrischen Ursprungs.
Jede Arbeit beginnt mit einem sprachlichen Fragment – einer Liedzeile oder einem poetischen Satz, der sich im Gedächtnis festsetzt.
„I've been waiting for so long“ oder „Are you looking at the same moon at the same time?“ löst unmittelbar innere Bilder aus.
Diese inneren Bilder werden am Computer zu ästhetischen Collagen verarbeitet. Dabei verschmelzen Fotografie, Textur und Grafik zu einem harmonischen Ganzen. Uta Nitschkes Werke zeichnen sich durch eine klare, oft minimalistische Bildsprache aus, die zeitweise an ihre Werkreihe "Die absolute Konsequenz" denken lässt:
Einsame Landschaften, die Raum für eigene Gedanken lassen.
Sanfte Lichtstimmungen, die die Flüchtigkeit der Zeit einfangen.
Präzise gesetzte Typografie, die dem Bild seine Stimme verleiht.
Nicht der Text selbst wird illustriert. Entscheidend ist das Bild, das bereits zwischen den Worten entsteht.
Dieses innere Bild bildet den Ausgangspunkt der digitalen Collage.
Sehnsucht wird zum Ausgangspunkt neuer Bildwelten. Uta Nitschkes Bilder sind Projektionsflächen für das Unerreichbare, das Vergangene oder das Erhoffte. Sie schafft Orte, die wir alle kennen, auch wenn wir sie nie besucht haben – Orte zwischen Tagtraum und Wirklichkeit.
„Ich suche nach dem Bild, das bereits im Satz mitschwingt. Es ist der Versuch, den unsichtbaren Klang der Sehnsucht sichtbar
zu machen.“
Sehnsucht generieren.