In ihrer Serie Chaos – nach Hesiod widmet sich Uta Nitschke dem Urzustand der Welt. Nach dem antiken Dichter Hesiod ist das Chaos nicht bloßes Durcheinander, sondern der gähnende Schlund, aus dem alles Sein hervorgeht. In ihren wild und unübersichtlich anmutenden Assemblagen findet ein kosmogonischer Prozess statt – ein Werden aus dem Ungeformten.
Die Werke, die in unterschiedlichen Formaten von 48×58 cm bis hin zu beeindruckenden 130×180 cm entstehen, sind gespickt mit Fragmenten menschlichen Lebens. Alltagsgegenstände, Fundstücke und Papierfetzen verlieren ihre ursprüngliche Funktion und werden Teil einer neuen, künstlerischen Ordnung:
Materialvielfalt: Gebrauchte Papiere, Textilien, Eierkartons und Draht verbinden sich mit humorvollen Satzgefügen zu
verspielten Welten.
Dynamik: Die Formen und Farben streben scheinbar leicht und dynamisch nach Ausbreitung, als würden sie im Moment der Betrachtung noch wachsen.
Titel als Wegweiser: Namen wie "Stil mit Hackfleisch", "Abendbrot" oder "Weg vom Katzentisch" verleihen den komplexen Strukturen eine augenzwinkernde, menschliche Note.
Trotz der scheinbaren Willkür des Chaos wohnt jeder Assemblage eine innere Balance inne. Werke wie "Träume, Romantik, Eternity" oder "Momente für die Ewigkeit" zeigen, wie aus der Anhäufung von Vergänglichem ein bleibender ästhetischer Wert entsteht.
Uta Nitschke fängt den flüchtigen Moment ein, in dem sich aus dem Chaos eine Form bildet – ein spielerischer Triumph der Kunst über die Unordnung der Welt.